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Lisi, Nora und Oma mit einer leuchtenden Kürbislaterne

Woher kommt Halloween?

Eine Bonusgeschichte über Kürbisse, Kostüme und alte Bräuche

ca. 5 Minuten 7 Seiten 4 Rätselfragen
Lisi, Nora und Oma höhlen einen Kürbis aus
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Ein Kürbis für Oma

Es war ein kühler Herbstnachmittag kurz vor Halloween. Lisi und ihre große Schwester Nora saßen bei Oma in der Küche. Vor ihnen auf dem Tisch lag ein riesiger, runder, orangefarbener Kürbis.

„Zuerst holen wir die Kerne heraus“, sagte Oma und gab jedem einen großen Löffel. Lisi kratzte und schabte. „Iiih, das ist ja ganz glitschig!“, rief sie und lachte.

Nora malte mit einem Bleistift ein freundliches Gesicht auf den Kürbis: zwei Dreiecke als Augen und einen breiten, lachenden Mund.

Da fragte Lisi: „Oma, warum schnitzen wir eigentlich Kürbisse? Und woher kommt Halloween überhaupt?“

Oma lächelte. „Das ist eine lange Geschichte. Sie beginnt vor mehr als zweitausend Jahren.“

Die Kelten feiern an einem großen Feuer auf einem Hügel
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Ein Fest am Ende des Sommers

„Damals lebten in Irland und Schottland die Kelten“, erzählte Oma. „Sie waren Bauern und Hirten. Wenn im Herbst die Ernte eingebracht war und die Tiere von den Weiden heimkamen, feierten sie ein großes Fest. Es hieß Samhain.“

„Sauin?“, wiederholte Lisi. Das Wort klang lustig.

„Genau. Mit diesem Fest ging der Sommer zu Ende, und die dunkle Winterzeit begann. Auf den Hügeln brannten große Feuer. Die Menschen aßen zusammen, sangen und erzählten sich Geschichten.“

Nora sah aus dem Fenster. Draußen wurde es schon dunkel. „Im Herbst kommt die Nacht wirklich früher“, sagte sie.

Menschen in lustigen Verkleidungen am Feuer
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Warum man sich verkleidet

„Die Kelten glaubten, dass in dieser einen Nacht die Welt der Geister ganz nah sei“, sagte Oma. „Darum verkleideten sie sich mit Masken aus Stroh, Fell und Blättern. So sollten die Geister sie nicht erkennen.“

Lisi kicherte. „Dann hätte mich kein Geist gefunden. Ich hätte mich als Eule verkleidet!“

„Heute wissen wir, dass es keine Geister gibt“, sagte Nora. „Aber verkleiden macht trotzdem Spaß.“

Oma nickte. „Später feierten die Menschen am 1. November das Fest Allerheiligen. Der Abend davor hieß auf Englisch All Hallows’ Eve. Aus diesem langen Namen wurde mit der Zeit ein kurzes Wort: Halloween.“

Der schlaue Jack mit einer Rübenlaterne
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Der schlaue Jack

„Und die Kürbisse?“, fragte Lisi ungeduldig.

„Dazu erzählt man sich in Irland eine alte Sage“, sagte Oma. „Es war einmal ein frecher Bauer namens Jack. Er war so schlau, dass er sogar den Teufel überlistete, und zwar gleich zweimal!“

Lisi grinste. „Das gefällt mir.“

„Weil er aber auch viel Unfug gemacht hatte, musste Jack für immer durch die Nacht wandern. Damit er den Weg fand, höhlte er eine Rübe aus und steckte ein glühendes Stück Kohle hinein. So hatte er eine Laterne.“

„Eine Rübe?“, staunte Lisi. „Keinen Kürbis?“

„Damals noch nicht. In Irland schnitzten die Menschen ihre Laternen aus Rüben.“

Ein Segelschiff fährt nach Amerika, aus der Rübe wird ein Kürbis
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Von der Rübe zum Kürbis

„Vor ungefähr 180 Jahren fuhren viele Familien aus Irland mit großen Schiffen nach Amerika“, erzählte Oma weiter. „Dort wollten sie ein neues Leben beginnen. Ihre Bräuche nahmen sie mit, auch Halloween.“

„Und in Amerika gab es Kürbisse!“, rief Nora.

„Ganz genau. Kürbisse sind groß, weich und leicht auszuhöhlen. Viel leichter als harte Rüben. So wurde aus der Rübenlaterne eine Kürbislaterne. Auf Englisch heißt sie Jack-O’-Lantern, Jacks Laterne.“

Lisi schaute auf ihren Kürbis. „Dann bauen wir jetzt also eine Laterne für Jack.“

Oma schnitt vorsichtig die Augen und den Mund aus. Das Schneiden mit dem scharfen Messer machen nämlich immer die Großen.

Verkleidete Kinder klingeln an einer Haustür
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Süßes oder Saures!

„Was ist mit dem Klingeln an den Türen?“, wollte Nora wissen.

„Das ist auch ein alter Brauch“, sagte Oma. „Schon früher zogen Kinder in Irland und Schottland verkleidet von Haus zu Haus. Sie sangen ein Lied oder sagten ein Gedicht auf und bekamen dafür Äpfel, Nüsse oder Kuchen.“

„Heute rufen die Kinder: Süßes oder Saures!“, sagte Lisi.

„Richtig. Und seit ungefähr dreißig Jahren feiern auch bei uns viele Kinder Halloween. Aber es gibt Regeln: Man klingelt nur dort, wo ein Kürbis leuchtet. Man geht mit Erwachsenen. Und man ist immer freundlich. Niemand soll sich wirklich fürchten.“

Lisi und Nora in Kostümen vor Omas Haus mit der leuchtenden Kürbislaterne
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Unser Halloween

Am Halloween-Abend war es endlich so weit. Nora trug einen spitzen, lila Hexenhut. Lisi war als kleiner Kürbis verkleidet, natürlich mit ihrer gelben Mütze.

Auf Omas Treppe leuchtete ihr Kürbis. Ein Teelicht flackerte darin, und das freundliche Gesicht lachte in die Nacht hinaus.

„Jack würde sich freuen“, flüsterte Lisi.

Mit Oma zogen die beiden von Tür zu Tür. Am Ende war ihr Körbchen voll. Und was machte Lisi? Sie gab dem kleinen Nachbarsjungen, der nur zwei Bonbons bekommen hatte, die Hälfte ab.

„Teilen ist der beste Halloween-Brauch“, sagte Oma und drückte sie ganz fest.

Was lernen wir?

Was uns Halloween zeigt

  • Bräuche reisen um die Welt. Halloween kommt von einem alten Fest der Kelten und hat sich auf dem Weg nach Amerika und zu uns immer wieder verändert.
  • Verkleiden ist ein Spaß. Niemand soll sich wirklich fürchten, darum bleiben wir freundlich und achten aufeinander.
  • Teilen macht froh. Wer etwas abgibt, macht anderen und sich selbst eine Freude.
Zum Nachdenken: Als was würdest du dich gerne verkleiden? Und welches Gesicht würdest du in deinen Kürbis schnitzen?
Rätselzeit

Hast du gut aufgepasst?