Alle Märchen Lisis Märchenzeit
Lisi, Nora und Oma lesen ein Märchenbuch, darüber schreiben die Brüder Grimm

Wer waren die Brüder Grimm?

Eine Bonusgeschichte über die beiden Märchensammler

ca. 5 Minuten 7 Seiten 4 Rätselfragen
Lisi und Nora sitzen mit Oma auf dem Sofa, Lisi hält ein Märchenbuch
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Eine Frage am Abend

Es war ein kalter Abend. Lisi und ihre große Schwester Nora saßen mit Oma auf dem gemütlichen Sofa. Draußen pfiff der Wind, drinnen knisterte das Feuer im Ofen. Auf Lisis Schoß lag ein dickes Buch voller Märchen.

„Oma“, fragte Lisi, „wer hat sich eigentlich all diese Märchen ausgedacht? Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, die Bremer Stadtmusikanten …“

Nora schaute von ihrem Buch auf. „Das wollte ich auch schon immer wissen.“

Oma lächelte und rückte ihre Brille zurecht. „Ausgedacht hat sie sich niemand allein“, sagte sie. „Aber aufgeschrieben haben sie zwei Brüder. Sie hießen Jacob und Wilhelm Grimm. Soll ich euch von ihnen erzählen?“

„Oh ja, bitte!“, riefen Lisi und Nora gleichzeitig. Lisi kuschelte sich in ihren gelben Schal.

Jacob und Wilhelm als Kinder an einem gemeinsamen Schreibtisch
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Zwei Brüder aus Hanau

„Vor sehr langer Zeit, vor mehr als 200 Jahren, wurden in der Stadt Hanau zwei Jungen geboren“, begann Oma. „Zuerst Jacob und ein Jahr später sein Bruder Wilhelm.“

„Waren sie Freunde?“, fragte Lisi.

„Die besten Freunde der Welt! Sie spielten zusammen, lernten zusammen und teilten sich sogar ein Zimmer und einen Schreibtisch. Jacob war eher still und konnte stundenlang in einem Buch versinken. Wilhelm war fröhlich und erzählte gern.“

Nora stupste Lisi an. „Fast wie wir zwei!“ Lisi kicherte.

Die Familie war groß, denn Jacob und Wilhelm hatten noch mehrere Geschwister. Im Haus war immer etwas los. Aber die beiden Brüder hielten fest zusammen.

Die jungen Brüder in einer alten Bibliothek
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Fleißige Schüler

„Als die Brüder größer wurden, gingen sie in der Stadt Kassel zur Schule“, erzählte Oma weiter. „Sie lernten fleißig und lasen alles, was sie finden konnten.“

Später studierten beide in Marburg. Dort lernten sie einen klugen Lehrer kennen, der viele alte Bücher besaß. In diesen Büchern standen Lieder und Geschichten aus längst vergangenen Zeiten.

„Wie spannend!“, dachten die Brüder. „So viele alte Geschichten – und niemand hat sie richtig gesammelt!“

Da hatten sie eine Idee: Sie wollten die alten Geschichten aufschreiben, bevor sie für immer vergessen wurden.

Eine Frau erzählt Märchen, die Brüder schreiben mit
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Die Geschichtensammler

„Aber wo findet man alte Geschichten?“, fragte Lisi.

„Bei den Menschen!“, sagte Oma. „Früher gab es kein Fernsehen und kein Tablet. Am Abend erzählten sich die Leute Geschichten – so wie wir drei jetzt.“

Jacob und Wilhelm besuchten Freunde und Nachbarn und baten: „Bitte erzählt uns eure Märchen!“ Viele junge Frauen aus Kassel erzählten ihnen, was sie von ihren Müttern und Kinderfrauen kannten.

Eine Frau namens Dorothea Viehmann kam sogar oft zu ihnen ins Haus. Sie kannte unglaublich viele Märchen auswendig. Während sie erzählte, schrieben die Brüder jedes Wort ganz genau mit.

Die Brüder halten stolz ihr erstes Märchenbuch
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Das erste Märchenbuch

„Im Jahr 1812 war es endlich so weit“, sagte Oma. „Die Brüder brachten ihr erstes Märchenbuch heraus. Es hieß Kinder- und Hausmärchen.“

„War Rotkäppchen schon dabei?“, fragte Nora.

„Ja! Und Hänsel und Gretel und Aschenputtel auch.“

Doch die Brüder hörten nicht auf zu sammeln. Immer wieder kamen neue Märchen dazu. Am Ende waren es mehr als 200 Geschichten!

Wilhelm schrieb die Märchen immer wieder neu. Er machte die Sätze schöner und die Geschichten noch spannender, damit Kinder sie gerne lesen. In späteren Büchern gab es auch Bilder.

Die Brüder arbeiten an einem riesigen Wörterbuch
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Ein riesiges Wörterbuch

„Haben die Brüder nur Märchen geschrieben?“, wollte Lisi wissen.

Oma lachte. „Oh nein! Die beiden liebten Wörter über alles. Sie fragten sich: Woher kommen unsere Wörter eigentlich? Und was haben sie früher bedeutet?“

Deshalb begannen die Brüder ein riesiges Wörterbuch. Darin wollten sie alle deutschen Wörter erklären. Viele Jahre arbeiteten sie daran, Wort für Wort. Das Wörterbuch wurde so dick, dass erst über hundert Jahre später andere Forscher damit fertig wurden.

Wilhelm heiratete Dortchen, eine Freundin aus Kinderzeiten, die ihnen selbst Märchen erzählt hatte. Und Jacob? Der wohnte einfach mit bei ihnen. Die Brüder blieben ihr ganzes Leben lang zusammen.

Lisi und Nora kuscheln sich an Oma, die ein Märchen vorliest
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Märchen für die ganze Welt

„Und heute?“, fragte Nora.

„Heute kennen Kinder auf der ganzen Welt die Märchen der Brüder Grimm“, sagte Oma. „Sie wurden in über hundert Sprachen übersetzt. Ein Kind in Japan kennt Rotkäppchen genauso wie ihr.“

Lisi schaute auf das dicke Buch auf ihrem Schoß. „Dann haben Jacob und Wilhelm die Geschichten gerettet!“

„Genau“, sagte Oma. „Weil sie gut zugehört und alles aufgeschrieben haben.“

Lisi gähnte und lächelte. „Oma, erzählst du uns jetzt noch ein Märchen?“

„Aber natürlich“, sagte Oma. Nora rückte ganz nah heran, und Oma schlug das Buch auf. „Es war einmal …“

Was lernen wir?

Was uns die Brüder Grimm zeigen

  • Gut zuhören lohnt sich. Die Brüder hörten den Menschen genau zu – so konnten sie die Märchen retten.
  • Geschichten sind ein Schatz. Wer sie aufschreibt und weitererzählt, bewahrt sie für alle Kinder.
  • Zusammen schafft man Großes. Jacob und Wilhelm halfen einander ihr ganzes Leben lang – so wie gute Geschwister.
Zum Nachdenken: Kennst du eine Geschichte, die dir deine Oma, dein Opa oder deine Eltern erzählt haben? Erzähl sie doch weiter!
Rätselzeit

Hast du gut aufgepasst?